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Neue IATF 16949

29. August 2016

Seit Mitte August ist bekannt, wie es mit der ISO/TS 16949 weitergehen wird. Die ISO/TS 16949 wird durch die IATF 16949 ersetzt werden. Verantwortlich hierfür ist die IATF, in welchem die Autohersteller BMW, Chrysler, Daimler, Fiat, Ford, GM, PSA, Renault und VW bzw. die nationalen Autoverbände, wie der VDA (Verband der Automobilindustrie), organisiert sind. Damit ist nun auch die lange Diskussion entschieden, ob die 16949 eine ISO-Norm wird oder nicht.

Wesentlicher als diese Formalie sind aber die Änderungen der IATF 16949 gegenüber der ISO/TS 16949 sowie die Regelungen zur Umstellung. Die inhaltlichen Änderungen und neuen Anforderungen sind von der IATF noch nicht veröffentlicht worden. Die ISO 9001:2015 soll berücksichtigt werden und die IATF soll eine automobilspezifische Ergänzung zur ISO 9001:2015 darstellen. Ob die ISO 9001 wieder vollumfänglich in der 16949 enthalten sein wird oder die 16949 lediglich die zusätzlichen Anforderungen und Unterschiede umfasst, ist uns noch nicht bekannt.

Die bisherigen zusätzlichen Anforderungen der ISO/TS 16949 gegenüber der ISO 9001 werden vermutlich erhalten bleiben. Im Februar 2016 hatte die IATF mögliche weitere Themen für die 16949 genannt: Sicherheitsteile, Rückverfolgung, Produkte mit Software, Schadensanalyse mit NTF-Prozess (no trouble found), Unterlieferantenmanagement und Verantwortlichkeiten im Konzernschema.

Die neue IATF 16949:2016 soll im Oktober 2016 veröffentlicht werden, erst dann wird endgültig klar sein, welche Änderungen es tatsächlich geben wird.

Im November 2016 sollen außerdem neue Zertifizierungsregeln veröffentlicht werden, die für die zertifizierten Unternehmen sowie die Zertifizierungsstellen definieren, wie die Umstellung auf die IATF 16949 und die weitere Zertifizierung erfolgen kann und wird.

Für die Umstellung von der ISO/TS 16949:2009 auf die IATF 16949:2016 hat die IATF eine „Transition Strategy“ veröffentlicht. Diese ist in englischer Sprache auf der Homepage der IATF (www.iatfglobaloversight.org) zu erhalten.

Wichtigste Information: Nach dem 14.09.2018 werden keine ISO/TS16949-Zertifikate mehr gültig sein. Neu ist jetzt auch, dass ab dem 1.10.2017 keine Audits mehr nach ISO/TS 16949 durchgeführt werden dürfen! Die Auditoren haben bis zum 30.07.2017 Zeit, sich für die IATF 16949 zu qualifizieren. Für die Umstellung auf die IATF 16949 ist der Zeitaufwand für ein Rezertifizierungsaudit festgelegt, zuzüglich einer Dokumentenprüfung vor dem Audit.

Was bedeutet dies nun für die nach ISO/TS 16949 zertifizierten Unternehmen?
Wir von msab empfehlen, planen Sie frühzeitig die Umstellung und die Termine mit Ihren Auditoren und Ihrer Zertifizierungsstelle. Es ist damit zu rechnen, dass 2017 und 2018 Engpässe entstehen werden. Ab Oktober bzw. November sollten Sie sich zudem mit den neuen Anforderungen bzw. Zertifizierungsregeln beschäftigen und hieraus die für Sie notwendigen Maßnahmen planen und einleiten.

Die msab wird, sobald die neue Norm von der IATF verfügbar ist, hierzu offen ausgeschriebene Schulungsveranstaltungen oder auf Wunsch individuelle Inhouse-Veranstaltungen in Ihrem Hause anbieten.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Planung und Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen, damit Sie sicher und reibungsarm den Umstellungsprozess bewältigen können.