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Neuigkeiten bei der IATF 16949:2015

Im September 2017 fand eine IATF-Stakeholder-Konferenz in Oberursel beim Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) statt. Hier wurden dem interessierten Publikum zahlreiche interessante Informationen zur Verbreitung und zum Umsetzungsgrad der IATF 16949:2015 vermittelt. Hier eine kurze Zusammenfassung der Informationen:

Verbreitung der IATF:16949

  • Weltweit fanden bereits 3172 Audits nach IATF 16949:2015 statt, davon 700 Erstaudits
  • Es gibt weltweit 68.600 Zertifikate gemäß ISO/TS 16949 + IATF 16949
  • In Deutschland gibt es 3326 Zertifikate gemäß ISO/TS 16949 + IATF 16949
  • Weltweit wurden bisher 3172 IATF 16949-Audits durchgeführt, von denen 56 ohne Abweichung durchgeführt.
  • Bisher wurden also ca. 5% aller QM-Systeme auf die IATF 16949:2016 umgestellt. Somit stehen noch 95% aller Transition-Audits aus!

Ergebnisse der bisher durchgeführten Transition-Audits

  • Es gab im Schnitt 5,33 Abweichungen pro Audit, 8,55% aller Abweichungen sind Hauptabweichungen. Da üblicherweise vornehmlich in Asien so frühzeitig umgestellt wird, sind diese Zahlen nur bedingt für den europäischen und insbesondere den deutschen Umfeld geeignet (dies ist eine These!).

Top 10 Hauptabweichungen

  • 7.2.3 Kompetenz von internen Auditoren
  • 8.5.1.5 Total Productive Maintenance (TPM)
  • 6.1.2.3 Notfallpläne
  • 10.2.1 Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen
  • 6.1.2.1 Risikoanalyse
  • 10.2.3 Problemlösung
  • 4.3.2 Kundenspezifische Anforderungen
  • 8.5.1 Steuerung der Produktion und der Dienstleistungserbringung
  • 4.4.1.2 Produktsicherheit
  • 9.3.2.1 Eingaben in die Managementbewertung

Top Ten Nebenabweichungen

  • 8.5.1.5 Total Productive Maintenance (TPM)
  • 8.5.1.1 Produktionslenkungsplan (PLP)
  • 8.5.1 Steuerung der Produktion und der Dienstleistungserbringung
  • 6.1.2.3 Notfallpläne
  • 8.3.5.2 Ergebnisse der Produktionsprozessentwicklung
  • 8.3.3.3 Besondere Merkmale
  • 8.5.1.2 Festgelegte Arbeitsschritte – Arbeitsanweisungen
  • 7.1.5.1.1 Beurteilung von Messsystemen
  • 8.5.1.3 Verifizierung von Einrichtvorgängen
  • 7.2.3 Kompetenz von internen Auditoren

95% aller Unternehmen haben noch nicht umgestellt, im August 2017 wurden weltweit über 1.000! Zertifizierungsaudits gemäß IATF 16949 durchgeführt. Dies sind 13 Monate vor der Deadline gerade mal 1,5%!!!

Es wird also Zeit, sich mit der Thematik IATF 16949:2016 zu befassen. Übliche Umstellungszeiträume sind aufgrund der Menge und der Qualität der neuen und geänderten Anforderungen 9-12 Monate.

Sollten Sie also Unterstützung durch die msab GmbH wünschen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Noch verfügen wir über ausreichende Kapazitäten, Sie bei der Umstellung mit Beratungs- und Trainingsthemen zu unterstützen.

Kontaktieren Sie uns einfach:

Telefon: 0800 9001 2015
Email: andreas.noeh@msa-b.de

Zertifizierungserfahrungen bei der ISO 9001:2015

Seit September 2015 ist die neue ISO 9001 nun in Kraft. Zwischenzeitlich sind eine ganze Reihe von Unternehmen nach der neuen Norm für Qualitätsmanagementsysteme re-zertifiziert bzw. erstzertifiziert worden.

Eine Änderung in den Anforderungen der Norm, die sich in meiner Wahrnehmung immer wieder in Zertifizierungsaudits deutlich auswirkt, ist der Wegfall der möglichen Ausschlüsse. Da, wo Organisationen in der Vergangenheit das Kapitel 7.3 Entwicklung aus ISO 9001:2008 ausschließen konnten, darf heute nur erklärt werden, dass das Kapitel 8.3 Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen der ISO 9001:2015 nicht angewendet wird.

Immer wieder stellt sich die Frage: Entwickelt das Unternehmen oder nicht? Bei der Beantwortung dieser Frage ist viel Spielraum gegeben, viele Auslegungen sind hier möglich. In der 9001:2015 wird im Kapitel 8.3.1 Allgemeines gefordert: „Die Organisation muss einen Entwicklungsprozess erarbeiten, umsetzen und aufrechterhalten, der dafür geeignet ist, die anschließende Produktion und Dienstleistungserbringung sicherzustellen“.

In Zertifizierungsaudits wird durch die Auditoren hier gerne ausgelegt, dass die Unternehmen und Organisationen doch auch ihre Produktions-und Dienstleistungsprozesse entwickeln, implementieren und weiterentwickeln müssen. Ich habe festgestellt, dass die allgemeine Auslegung großer deutscher Zertifizierungsgesellschaften dahin geht, dass immer dann Entwicklung stattfindet, wenn das Ergebnis der Produktion bzw. Dienstleistungserbringung nicht sicher vorhergesagt werden kann. Wird mein Produkt oder meine Dienstleistung die Anforderungen des Kunden erfüllen? Wird die von mir geplante Modifikation meines Produktes oder meiner Dienstleistung die Anforderungen des Marktes treffen?
Mögliche Entwicklungen können also die Produkte der Organisation bzw. des Unternehmens betreffen, aber auch die Produktion und Dienstleistungsprozesse als solche.
Vielfach hatte sich in den letzten zwei Jahren als sinnvoll herausgestellt, auch bei fehlenden Entwicklungstätigkeiten einen Rumpfprozess zu definieren, der geeignet ist, den Prozess „Entwicklung“ normkonform abzubilden.

Sollten Sie in diesem Punkt Unterstützung durch die msab GmbH wünschen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Kontaktieren Sie uns einfach:
Telefon: 0800 9001 2015
Email: guido.hesbrueggen@msa-b.de