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Zertifizierungserfahrungen bei der ISO 9001:2015

31. Oktober 2017

Seit September 2015 ist die neue ISO 9001 nun in Kraft. Zwischenzeitlich sind eine ganze Reihe von Unternehmen nach der neuen Norm für Qualitätsmanagementsysteme re-zertifiziert bzw. erstzertifiziert worden.

Eine Änderung in den Anforderungen der Norm, die sich in meiner Wahrnehmung immer wieder in Zertifizierungsaudits deutlich auswirkt, ist der Wegfall der möglichen Ausschlüsse. Da, wo Organisationen in der Vergangenheit das Kapitel 7.3 Entwicklung aus ISO 9001:2008 ausschließen konnten, darf heute nur erklärt werden, dass das Kapitel 8.3 Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen der ISO 9001:2015 nicht angewendet wird.

Immer wieder stellt sich die Frage: Entwickelt das Unternehmen oder nicht? Bei der Beantwortung dieser Frage ist viel Spielraum gegeben, viele Auslegungen sind hier möglich. In der 9001:2015 wird im Kapitel 8.3.1 Allgemeines gefordert: „Die Organisation muss einen Entwicklungsprozess erarbeiten, umsetzen und aufrechterhalten, der dafür geeignet ist, die anschließende Produktion und Dienstleistungserbringung sicherzustellen“.

In Zertifizierungsaudits wird durch die Auditoren hier gerne ausgelegt, dass die Unternehmen und Organisationen doch auch ihre Produktions-und Dienstleistungsprozesse entwickeln, implementieren und weiterentwickeln müssen. Ich habe festgestellt, dass die allgemeine Auslegung großer deutscher Zertifizierungsgesellschaften dahin geht, dass immer dann Entwicklung stattfindet, wenn das Ergebnis der Produktion bzw. Dienstleistungserbringung nicht sicher vorhergesagt werden kann. Wird mein Produkt oder meine Dienstleistung die Anforderungen des Kunden erfüllen? Wird die von mir geplante Modifikation meines Produktes oder meiner Dienstleistung die Anforderungen des Marktes treffen?
Mögliche Entwicklungen können also die Produkte der Organisation bzw. des Unternehmens betreffen, aber auch die Produktion und Dienstleistungsprozesse als solche.
Vielfach hatte sich in den letzten zwei Jahren als sinnvoll herausgestellt, auch bei fehlenden Entwicklungstätigkeiten einen Rumpfprozess zu definieren, der geeignet ist, den Prozess „Entwicklung“ normkonform abzubilden.

Sollten Sie in diesem Punkt Unterstützung durch die msab GmbH wünschen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

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